Bergmotive auf Radierungen sind die Leidenschaft des Künstlers Konrad Henker. Seine Wirkungsstätte sind die Alpen, sein Atelier ist ein Iglu auf 3.000 Höhenmetern.
Konrad Henker, geboren 1979 in Weimar, ist zwar kein Bergfex, sondern Grafiker und Maler. Dennoch haben es ihm die Berge angetan, wenn auch eher von ihrer metaphysischen Seite: Einmal jährlich zieht er sich zum Radieren ins Hochgebirge zurück.
Das Sellrain, die Stubaier- und Ötztaler Alpen waren ihm bislang Atelier, auch auf den Lofoten, in Italien, der Schweiz und in Japan schlug der vollbärtige Künstler seine Zelte auf. Sein Zelt, wohlgemerkt, ist ein selbstgebautes Iglu, indem er sich äußerst wohnlich einrichtet und in dem es sich schon mal ein paar Wochen und Monate aushalten lässt.
Diese Zeit ist für Konrad Askese und Inspiration zugleich: Trinkwasser gewinnt er aus geschmolzenem Schnee, Essen gibt es nur in mühsam transportierten Konserven. Das Panorama aber entschädigt alle Entbehrungen und bietet fantastische Motive: Henkers Bergklausuren sind Kunstexpeditionen, sein liebstes Medium ist die Kaltnadelradierung.
Daher kam es in den letzten Jahren regelmäßig zu ausgedehnten Radierexpeditionen – vorwiegend im Winter. Henker: „Vor allem in dieser Jahreszeit sorgen das bizarre Detail und die große Form zu einer zauberhaften Spannung. Es ist alles enorm grafisch! Die Berge gewinnen gegenüber dem Sommer eher noch an Form, Volumen, Richtung und Bewegung. Die organischen Eigenformen des Schnees, vom Wind gestaltet – im Kontrast zum dunklen Fels. Bizzar! Reine Kraft, Gewalt, Mächtigkeit.
www.konrad-henker.de
Die Doku über Henker, „Kunst im Eis – Ideen unter extremen Bedingungen“, läuft im Jänner 2010 auf Servus TV.
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