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Red Bull Street Style: Der Countdown läuft! (c) Red Bull Photofiles

Kapstadt trickste Red Bull Street Style in neue Dimensionen – und zurück an seine Wurzeln.

Die gesamte Aufmerksamkeit des sardinengleich geschlichteten Publikums gilt einem nigerianischen Mini-Kicker, der auf der Bühne einen Ball auf dem Kopf balanciert. Außer dem stolzen Alter von elf Jahren trägt er nur ein Paar Unterhosen. Bemerkenswert ist das insofern, als er seine Runde mit kompletter Garderobe begonnen hat: mit Shorts, Socken, T-Shirt, Sportschuhen.

Die drei Minuten eines Durchgangs reichten Habib Makanjuola, sich nach und nach sämtlicher Kleidungsstücke zu entledigen – und zwar, während er den Fußball entweder auf dem Kopf oder auf seinem großen Zeh balancierte. Vielleicht möchten Sie sich daheim eine Vorstellung dieser Leistung machen: Alles, was Sie dazu tun müssen, ist, Schuhe und Socken von einem Fuß auszuziehen, mit dem Sie gleichzeitig einen Ball balancieren.

Die Herzen der Zuschauer fliegen Habib nicht nur dank seiner stattlichen Statur von optimistisch geschätzten 1,20 Metern zu. Er hat auch eine ganze Reihe spektakulärer Tricks mitgebracht. (Neben dem Mut, sich in Unterhosen auf eine Bühne zu stellen). Und: Er repräsentiert afrikanische Alltagskultur. Denn der erste Final-Event in Afrika bedeutet, dass Red Bull Street Style zu Hause angekommen ist. Mit Fußbällen Tricks und Kunststücke performen zu können gehört hier für jeden Jungen zum guten Ton.

Alles, was man dazu braucht, sind ein freier Platz – festgetrampelte rote afrikanische Erde taugt genauso wie ein betonierter Pausenhof – und ein Tennisball. Zur Not tut es aber auch jeder andere Gegenstand mit mehr oder weniger runder Form. Mit ihm übertrumpft man den Gegner durch schiere Ballbeherrschung – profane Ziele wie Tore schießen sind von untergeordnetem Interesse. Dass einer gaberln, dribbeln und balancieren kann, wird vorausgesetzt. Wie er es kann, entscheidet über seine Street Credibility.

Das Kapstädter Publikum benötigt ab der Eröffnungsfanfare des Events gefühlte drei Sekunden, bis es Red Bull Street Style als etwas Ureigenes erkannt und entsprechend aufgenommen hat. Das Regelwerk ist schnell verdaut: drei Minuten, zwei Freestyler, abwechselnd je zwanzig Sekunden Zeit, um die dreiköpfige Jury zu beeindrucken. Die Mehrheitsentscheidung befindet über den Aufstieg in die nächste Runde.

Das sind alle Richtlinien.

Dazu werden der Menge Beats von Südafrikas DJ-Legende Ready D serviert: eine wummernde Geräuschkulisse verschleppter Loops, die kontinuierlich Spannung aufbauen. Bei den Kids im Publikum fällt die Saat auf fruchtbaren Boden: Der Traum, in zwei, drei, fünf Jahren selbst auf solch einer Bühne zu stehen, blitzt jedem Zweiten aus den Augen.

Die ganze Geschichte lesen Sie in der Juli Ausgabe des Red Bulletins.


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