Blanix_Background (c) Red Bull Photofiles

Atemberaubend, Unfassbar: Paul Steiner und das Segelflug-Team Blanix lassen mit ihrem neuesten Projekt die Superlativen tanzen. Die Story in Kurzform: Zwei Flugzeuge, ein Skydiver, ein Umstieg.

Umsteigen für Fortgeschrittene. „Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben soeben unsere maximale Reisehöhe von 2.100 Metern erreicht. Bitte bleiben Sie nicht angeschnallt, öffnen Sie den Notausgang ober Ihnen und begeben Sie sich möglichst rasch zur Tragfläche, um rechtzeitig Ihren Anschlussflug zu erreichen!“ So könnte, wenn es nach Paul Steiner und dem Segelflugteam Blanix geht, die Durchsage der Stewardessen in Zukunft lauten. Die drei Österreicher haben mit einem noch nie dagewesenen das moderne Flugwesen neu erfunden und das Prinzip der Zwischenlandungen kurzfristig abgeschafft. Aufatmen für alle normalsterblichen Passagiere: Diese Art des Umsteigens wird in Linienflügen nicht eingeführt, von einer Nachahmung ist nämlich dringend abzuraten!

Mission: Possible. Es klingt wie Baron Münchhausens Ritt auf der Kanonenkugel, ist allerdings seit wenigen Tagen ein reales Stück Luftfahrtgeschichte: Paul Steiner steigt bei 130 km/h aus dem Flugzeug aus, klettert auf die Tragfläche und hängt sich per Rolle vorwärts mit den Händen unten an den Flügel. Während er unter enormer Anstrengung fast eine Minute gegen die Schwerkraft und den starken Gegenwind ankämpft, nähert sich von hinten das zweite Segelflugzeug bis auf wenige Zentimeter, sodass Steiner auf dessen Tragfläche „umsteigen“ kann – ein Moment, in der den Piloten kein Fehler passieren darf.

Mensch und Maschine. Damit nicht genug: Der Fallschirmspringer klettert im Anschluss auf den Rumpf seines neuen Untersatzes. Im Spiegelflug sinkt der zweite Blanik L-13 von oben herab. Meter für Meter kommen sich die Flugzeuge schwankend näher. Die letzten Zentimeter muss Steiner selbst per Funk einweisen, da die Piloten keine Sicht mehr auf ihn haben. Der Stunt gelingt: Mit beiden Beinen steht der Salzburger auf dem Rumpf des unteren Blanik, mit den Händen hält er sich am Leitwerk des oberen fest – die menschliche Verbindung zwischen zwei hochtechnischen Geräten. Einige Sekunden verharrt das ungleiche Trio in dieser unglaublichen Position, danach lösen sie die Formation auf und Steiner springt mit dem Fallschirm ab.

"Das war Millimeterarbeit vom Feinsten!" Ewald Roithner

Millimeterarbeit. Erschöpft, aber überglücklich landete der 47-Jährige sicher auf dem Flugplatz in Niederöblarn. „Das war ein unglaublicher Stunt, den es auf dieser Welt noch nicht gegeben hat! Wir haben das ein Jahr lang geplant, Schwachstellen minimiert und jeden Schritt unzählige Male durchgespielt. Am Ende hat sich die Arbeit mehr als gelohnt.“ Auch die beiden Piloten Kurt Tippl und Ewald Roithner hatten allen Grund zu jubeln: „Das war Millimeterarbeit vom Feinsten! Es war heute sehr unruhig und schwierig zu fliegen. Aber wir haben bewiesen, dass wir ein perfektes Team sind und mit Segelflugzeugen so nah aneinander fliegen können, wie sonst keiner auf dieser Welt!“

Kaum war der Druck von den Himmelsstürmen abgefallen, mischte sich die Freude mit leisem Getuschel in der Ecke und einem verschmitzten Grinsen: „Wir haben schon wieder ein paar neue Ideen im Kopf, mehr wird natürlich nicht verraten“!

Hier der Clip:

   

www.redbullskydiveteam.com
www.flyhigh.at/steiner
www.blanix.com

 


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