Kommendes Wochenende geht eine Ära zu Ende: Beim Adam’s Bull’s Eye in Zakopane beendet die polnische Skisprung-Legende Adam Malysz seine Karriere. Grund genug, auf seine 10 größten Erfolge zurückzublicken.
Die ersten Jahre des polnischen Adlers waren nicht so erfolgreich – Platz 51 im FIS Weltcup 1994-95 und Platz 57 im Weltcup 1997. Den Grundstein für seinen legendären Ruf legte er in der Saison 2000/01, als er Vieschanzentournee und WM-Gold auf der Normalschanze gewann. Er krönte das Jahr mit einem zweiten Platz auf der Großschanze.
Der Triumph bei der Vierschanzentournee war der Anfang einer unglaublich erfolgreichen Zeit: In den Jahren 2000 bis 2003 dominierte Adam den Weltcup und holte sich bis zur Saison 2006/07 vier Mal hintereinander die Kristallkugel. Höhepunkt des Jahres 2001 war sicherlich die Verleihung der Holmenkollen-Medaille, der höchsten norwegischen Auszeichnung im Skisport.
2002 machte sich Malysz auch bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City einen Namen: Silber auf der Großschanze und Bronze auf der Normalschanze!
2003 blieb der Pole auf Goldkurs und gewann beide Weltmeistertitel sowie den Gesamtweltcup. Zu diesem Zeitpunkt hatte er innerhalb von drei Jahren dreimal den Weltcup für sich entschieden – eine noch nie dagewesene Leistung!
Und gerade als seine Fans dachten, Adam könnte seine Rekorde mehr nicht übertreffen, gelang ihm vier Jahre später eine Serie an Siegen inklusive seinem vierten Weltmeister-Titel: Malysz zog mit dem Weltrekord von Matti Nykänen gleich.
Wer auch immer die umfangreiche Trophäen-Sammlung von Adam Malysz polieren muss, er ist nicht zu beneiden. Ein Teil davon umfasst die besonders begehrten Medaillen des Holmenkollen Ski-Festivals, das er bisher als einziger Athlet fünfmal gewonnen hat: 1996, 2001, 2003, 2006 und 2007.
2010 machte Malysz wiederum weltweit auf sich aufmerksam, indem er seine olympische Bilanz von 2002 verbesserte: sowohl auf der Normalschanze als auch auf der Großschanze holte er Silber.
Adam Malysz füllt mit seinen Erfolgen die Rekordbücher. 2011 sprengte der den polnischen – und somit seinen eigenen – Weitenrekord und segelte in Vikersund auf sagenhafte 230,5 Meter.
Adams Karriere definiert sich allerdings nicht nur durch seine Erfolge. In Zeiten von Rückschlägen zeichnete Adam Malysz sein unbändiger Wille aus, sich zurück zu kämpfen. Vor den Olympischen Spielen stürzte er in Zakopane so schwer, dass er mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden musste. Nur wenige Wochen später kehrte er an die Unfallstelle zurück und bezwang seine Ängste mit einem Sieg.
Der 33-jährige, 17-fache polnische Champion hat nun offiziell seinen Rücktritt vom Schizirkus per 26. März bekannt gegeben. Was aber nicht bedeutet, dass er in Zukunft keine neuen Herausforderungen sucht. „Ich hoffe, dass ich auch in 10 Jahren noch mit dem Sport zu tun haben werde,“ sagte Adam. „Vielleicht nicht mehr mit Schispringen, aber mit etwas, das mich glücklich macht und gesund hält. Ich hoffe, dass ich mich nicht allzu sehr verändere und noch immer ich sein werde – gut drauf, wirklich optimistisch und glücklich. Ich werde 10 Jahre älter sein, aber auch um Erfahrungen reicher.“
Wenn er in seinem neuen Job nur ansatzweise jenes Talent beweist, das seine glorreiche Skispringer-Karriere ausgezeichnet hat, wird sein Trophäen-Zimmer bestimmt weitere Regale benötigen…
Kommentare
Einen Kommentar hinzufügen