Angela Eiter, zweifache Weltmeisterin und dreifache Gesamtweltcup-Siegerin im Klettern, schaffte bereits im dritten Wettkampf nach langer Verletzungspause den Sprung zurück aufs Stockerl. Im Interview spricht die 23-jährige Tirolerin über ihren zweiten Platz in Barcelona, den kommenden Weltcup in Imst – und das „Positive“ ihrer Verletzung.
Fünfte bei der WM in Xining, beim Vorstieg-Weltcup in Chamonix ebenfalls auf Platz fünf und jetzt Zweite im Vorstieg in Barcelona: Was sagst du selbst zu deinem sensationellen Weg zurück zur Weltspitze?
Es ist einfach ein lässiges Gefühl, wieder da zu sein. Ich habe ja doch eine sehr schwere Zeit hinter mir … Meine Schulterverletzung war eigentlich die schlimmste, die man im Klettersport haben kann. Da ich mir auch nicht sicher sein konnte, wieder zu alter Stärke zu kommen, ist die Erleichterung jetzt natürlich riesig.
In Chamonix haben dich wieder Schmerzen in der Schulter geplagt, konntest du in Barcelona endlich schmerzfrei klettern?
Die Schmerzen kamen vor allem von der intensiven Belastung bei der WM im Juni. Aber seit drei Wochen sind die Schmerzen endlich weg ...
... und alle Therapien beendet?
Im Prinzip schon. Trotzdem mache ich weiterhin prophylaktische Therapien, weil sie meiner Schulter einfach gut tun. Vor allem bei den Wettkämpfen werde ich von ASP Red Bull therapeutisch begleitet.
Auch wenn das jetzt sehr eigenartig klingen mag: „Gut getan“ hat dir in gewisser Hinsicht auch deine Verletzung, die du als einen wichtigen Bestandteil deiner Karriere bezeichnest. Inwiefern macht sich diese Erfahrung nun positiv bemerkbar?
Wenn es früher wo gezwickt hat, war es mir eigentlich egal. Durch die Verletzung habe ich gelernt, in meinen Körper hineinzuhorchen und auf die Signale, die er mir sendet, zu achten. Außerdem bin ich offener für andere Dinge geworden. Der Sport ist zwar nach wie vor sehr wichtig für mich, doch mir ist noch mehr bewusst geworden, dass es auch noch andere Dinge im Leben gibt. Natürlich will ich wieder gewinnen, aber es ist auch einfach ein tolles Gefühl, wieder gesund und fit zu sein. Auf eine gewisse Art bin ich noch einmal auferstanden.
Am 21. und 22. August macht der Kletter-Weltcup Station in Imst. Welche Chancen rechnest du dir auf deiner „Heimwand“ aus?
Schwer zu sagen, das hängt natürlich vor allem von der Route ab. In Barcelona waren kleine Griffe gefragt, für die man sehr viel Fingerkraft benötigt – das ist mir entgegengekommen. In Imst hingegen haben wir eine stark überhängende Wand, die sehr athletisch zu klettern ist.
Wird in Imst auch Zeit für Freunde, Fans und Partys bleiben? In Barcelona ging sich aufgrund der straffen Organisation ja nicht einmal eine kurze Stadtbesichtigung aus ...
Daheim wird sich bestimmt eine kleine Feier ausgehen, allerdings gibt es in Imst nicht allzu viele Möglichkeiten. Aber wir werden uns schon was Nettes organisieren.
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