Harald Hudetz (c)Martin Lugger/Red Bull Photofiles

Harald Hudetz will sich am 12. September in Lienz zum insgesamt dritten Mal den Gesamtsieg beim Red Bull Dolomitenmann sichern. Im Interview spricht der Kärntner über die Suche nach dem perfekten Schuh, gebrochene Wirbeln und seine größte Stärke.

Am 12. September geht der Red Bull Dolomitenmann zum insgesamt 22. Mal über die Bühne. Gerade den Kanuten wird 30 Minuten lang wirklich alles abverlangt. Wie sah deine spezielle Vorbereitung dafür aus?

Ich verzichte auf eine spezielle Vorbereitung, da ich sowieso voll im Training stehe. Jeder im Team bereitet sich allein und gewissenhaft auf den Wettkampf vor. Unsere Generalprobe für den Dolomitenmann war die Outdoor-Trophy im August, bei der wir den guten fünften Platz belegen konnten. Meine Form passt, denn die Kajak-Wertung habe ich gewonnen.

Auch beim Red Bull Dolomitenmann bist du beinahe eine Bank auf den Sieg in der Kajak-Einzelwertung. Wo kannst du auf der extrem anspruchsvollen Strecke die entscheidenden Zehntel und Sekunden herausfahren?

Meine größte Stärke ist es, dass ich ein Allrounder bin. Viele Teilnehmer kommen vom Wildwasserslalom und sind es daher natürlich nicht gewohnt, 30 Minuten lang voll belastet zu werden. Für mich ist das aber kein so großes Problem, denn ich fahre ja auch Regatta. Es gibt nicht sehr viele Kanuten, die sowohl Slalom und Abfahrt auf höchstem Level betreiben. Daher muss ich mich nicht speziell auf den Dolomitenmann vorbereiten ...

... bei dem es für die Kanuten aufgrund der Lauf- und Schwimmpassagen noch eine weitere Herausforderung gibt: Die Wahl des Schuhwerks. Hast du das optimale schon gefunden?

Nein. Und ich glaube, dass ich die perfekten Schuhe auch niemals finden werde – die gibt es für diese vielseitige Belastung nicht. In diesem Jahr werde ich mit Salomon-Schuhen antreten, die sehr gut zum Laufen auf den nassen und glitschigen Steinen geeignet sind. Nur meine Stabilität leidet ein wenig darunter, denn im Boot ist es sehr eng, mit vielen Schuhen komme ich gar nicht in den Kajak hinein. Aber da muss man eben Kompromisse eingehen.

Beim Red Bull Dolomitenmann beginnt die Kajak-Strecke mit einem spektakulären Sprung aus sieben Metern Höhe. Was gilt es dabei vor allem für Rookies zu beachten?

Das Wichtigste ist der Winkel mit dem du ins Wasser eintauchst. Der bewegt sich normalerweise zwischen 75 und 90 Grad. Das Ganze ist aber eine Gratwanderung, denn wenn der Winkel zu steil wird, kommt es zum Überschlag nach vorne – dann heißt es, schnell zu eskimotieren. Optimalerweise versucht man, relativ flach um die 75 Grad einzutauchen. Auf diese Weise taucht der Kajak schnell wieder auf und es kann sofort weitergehen. Fatal wird es aber, wenn man zu flach aufkommt, und es einen richtig staucht – da ist es in der Vergangenheit schon zu einigen Wirbelbrüchen gekommen. Indem man den Oberkörper nach vorne oder hinten bewegt, kann der Winkel während des Sprungs noch leicht korrigiert werden. Ansonsten ist es wichtig, die gesamte Muskulatur, vor allem den Bauch und Rücken, kräftig anzuspannen.

Und wie sehen nach den Team-Plätzen zwei und vier in den vergangenen beiden Jahren deine Erwartungen für heuer aus?

Unser Ziel ist es natürlich wieder einmal zu gewinnen. Aber es wird von Jahr zu Jahr brutaler, denn die Konkurrenz beim Dolomitenmann wird immer stärker. Daher waren wir auch letztes Jahr mit unserem zweiten Platz total zufrieden, doch wir werden heuer natürlich wieder angreifen.


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