Gregor Schlierenzauer ist wieder da. Nach seinem Comeback-Sieg in Zakopane triumphierte er auch im letzten Bewerb des Sommer-GPs in Klingenthal. Im Interview verriet der Gesamtweltcupsieger seinen Kindheitstraum, Details aus seiner Saisonvorbereitung, und warum er sich vor Manuel Fettner fürchtet.
Wie geht es deinem rechten Knie, das du dir im Frühjahr bei einem Trainingssturz verletzt hast?
Ich bin mit dem Heilungsverlauf sehr zufrieden. Es zwickt zwar noch manchmal, aber das ist völlig normal. Beim Springen selbst beeinträchtigt mich die Verletzung nicht mehr.
Deine Vorbereitung dürfte nicht unter der Verletzung gelitten haben – du hast bereits wieder zwei Siege ersprungen. Bist du selbst überrascht, dass du so schnell wieder gewinnen konntest?
Der Sieg bei meinem Comeback in Zakopane hat mich doch sehr überrascht. Nach der Verletzung war natürlich eine gewisse Nervosität da. Ich wusste nicht, wo ich stehe und ob der Rhythmus schon wieder passt. Der Sieg war für mein Selbstvertrauen natürlich super und hat mir richtig Auftrieb gegeben. Allerdings muss ich bis zum Saisonstart noch im Kraftbereich zulegen, da gibt es noch Aufholbedarf. Nach der Verletzung standen vor allem Balance- und Stabilisationsübungen auf dem Programm, daher bin ich heuer erst später ins Krafttraining eingestiegen.
In der momentanen Phase der Vorbereitung geht es auch darum, die richtige Feinabstimmung zu finden. Auf was achtest du da genau?
Prinzipiell betrifft das Feintuning Dinge wie Materialtests, Fluggefühl, Anfahrtshocke oder den Telemark. Beim Material wird sich bei mir aber nicht viel ändern, denn meines hat ja im vergangenen Winter top gepasst. Doch am Telemark und der Anfahrtshocke sollte man immer arbeiten, das ist eine eigene Wissenschaft.
Im Februar finden die Olympischen Spiele in Vancouver statt. In der vergangenen Saison konntest du die beiden Generalproben auf der Olympiaschanze gewinnen – musst du dir Gold nur noch abholen?
So einfach wird das sicher nicht. Zuerst will ich mich einmal für die Spiele qualifizieren. Unser Team ist sehr ausgeglichen, da hat niemand einen Fixplatz. Der Olympiasieg ist mein Kindheitstraum, aber damit er sich erfüllt, muss einfach alles zusammenspielen. Sicher, es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich auf der Schanze schon gewonnen habe, kaufen kann ich mir jedoch nichts davon. Die Karten werden jedes Jahr neu gemischt, auf Vergangenem darf man sich nicht ausruhen.
Apropos Karten mischen – du duellierst dich nicht nur auf der Schanze mit deinen Kollegen. Welchen Skispringer fürchtest du am Pokertisch?
Den Manuel Fettner, der ist sehr gefährlich – und auf den Wolfgang Loitzl sollte man auch immer gut aufpassen. Mein Spielstil ist sehr aggressiv, leider übertreibe ich es dann meistens ein bisschen, weil ich zu schnell alles gewinnen will.
Ein bisschen zu ehrgeizig war auch Gerhard Berger bei Heinz Kinigadners Fullgas-Event. Da hättest du dir ja eigentlich mit ihm ein Auto teilen sollen ...
Der Gerhard ist ausgefahren und hat das Auto gleich ziemlich zach hergenommen. Schnell sind die ersten Flammen aus dem Auspuff geschossen, und schließlich ist es dann komplett ausgebrannt. So wurde nichts aus meiner Fahrt mit dem Nascar-Boliden.
War die Ursache ein Materialschaden oder menschliches Versagen?
Genau da gehen die Meinungen stark auseinander, der Gerhard hat natürlich seine eigene Version dazu …
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